Karnevalstipps vom Experten – exklusives Interview mit Henning Krautmacher (Höhner)

Von Birgit Münzer,

Der Sänger und Frontman der Karnevalsband Höhner Henning Krautmacher ist Experte in puncto Kölner Karneval. Jedes Jahr spielen die Höhner mehr als 200 Auftritte und sind zu Besuch bei den kleinen und großen Karnevalspartys der Stadt Köln und in der Umgebung. Wir konnten den Musiker im exklusiven Interview einige Insidertipps über den Karneval in der Domstadt entlocken und über die größten Erfolge der Karnevalsgruppe Höhner befragen. Welche Tipps er Euch Jecken für die tollen Tage mit an die Hand gibt, welche Songs ihr unbedingt auswendig lernen solltet und ob er gerne Altbier trinkt, erfahrt in diesem exklusiven Interview zum Karneval in Köln.

In welche Rolle würdest du am ehesten gerne mal schlüpfen: Bauer, Jungfrau oder Prinz?

Prinz natürlich! Man muss immer die Nummer 1 anstreben: Also das Unmögliche fordern um das Mögliche zu erreichen. Apropos das Mögliche: Ich war ja schon einmal Prinz im Karneval. Und zwar 1968 als Prinz Henning der 1. Kinderprinz von Leverkusen.

Welche Kölner Kneipe sollte man besuchen?

Den Höhner-Stall! Ein ganz neues Etablissement im Herzen der Domstadt. Es befindet sich im Traditions-Brauhaus „Zur Malzmühle“ am Heumarkt 6. Diese Location ähnelt den weltweit bekannten Hardrock Cafés, einziger Unterschied: alles ist mit Höhner-Devotionalien gespickt!

Höhnerstall

Die Kneipe „Höhnerstall“ am Heumarkt (c) Höhnerstall

Hast du ein Geheimrezept für den perfekten Karnevalstag? Was sind deine Tipps?

Alles in Maßen genießen: Den Frohsinn, die Menschen und den Alkohol!

Welche Events kannst du Karnevalsbesuchern empfehlen?

Die „Lachende Kölnarena“ ist ein MUSS für jeden, der mehr oder weniger unreglementiert feiern will und Spaß an ganz viel Party hat. Und natürlich der Rosenmontagszug und die vielen schönen Veedelszöch.

Lachende Kölnarena

Die Lachende Kölnarena (c) AMG/Luis Bürk

Welche Songs sollte man dieses Jahr laut mitsingen können?

Mitsingen kann man ein erfolgreiches Lied nach meiner Erfahrung erst nach mehrmaligem Hören. Meine persönliche Erfahrung lehrt mich, dass sich die besten Songs einer Session erst im Folgejahr wirklich heraus kristallisieren. So haben sich solche Hits wie: „Mer losse de Dom in Kölle“ (Bläck Föös), „Viva Colonia“ (Höhner), „Wenn dat Trömmelche jeht“ (Räuber) und „Superjeile Zick“ (Brings) zu Evergreens entwickelt. Gott sei Dank erobern inzwischen auch Bands wie Kasalla (Pirate!), Catballou (Et jitt kei Wood) und Klüngelköpp (Stääne) die karnevalistischen Top-Charts.

Gibt es einen Auftritt, der dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Ja den gibt es. Am Rosenmontag im Jahre 2007 haben wir kurz vor unserem Fernsehauftritt beim WDR erfahren, dass unsere Handballhymne „Wenn nicht jetzt wann dann“ die NR 1 der Bundesdeutschen Charts ist. Zusammen mit diesem Höhner-Song tauchten insgesamt  weitere 13 Höhner-Songs in den Bundesdeutschen Charts auf.  Als der Moderator der Sendung das verkündete, nahm der Jubel im Publikum kein Ende mehr. Ein Moment den man sicherlich nicht vergisst.

Habt ihr ein Lied, das ihr besonders gerne spielt?

Ja natürlich, aber das ändert sich immer durch den aktuellen Longplayer. Derzeit lautet unser Band-Lieblingssong: „E levve lang“ (Ein Leben lang), eine große Ballade die auch die Liebe zum 1. FC Köln beschreibt.

Was war der Auftritt, der am weitesten von Köln entfernt war?

Schwierig – ich kann die exakte Kilometerzahl so spontan jetzt nicht abschätzen: Entweder es war Peking, Shanghai oder Salvador da Bahia.

Auf welchen Sprachen würdest du gerne mal Viva Colonia singen?

Viva Colonia ist ein Welthit! Das darf ich wohl ohne Übertreibung inzwischen sagen. Folgenden Versionen sind mir derzeit bekannt: Viva South Afrika (Afrikaans), Viva Holandia (war in Holland ein Nr. 1 Hit), We are Englandia (Englisch), Viva Polonia (Polnisch), Viva Espania (Spanisch). Die Titel der weiteren Versionen habe ich mangels Sprachkenntnisse nicht im Kopf. Es gibt aber noch eine dänische Version, eine portugiesische Version und eine chinesische Version.

Hast du Lampenfieber vor euren Auftritten?

Ja! Ich erkläre den Begriff Lampenfieber aber nicht damit, dass ich Angst davor habe jetzt da raus auf die Bühne zu gehen, sondern damit, dass ich Respekt habe vor jedem Publikum. Denn jedes Publikum verdient es nur die beste Leistung präsentiert zu bekommen. Lampenfieber ist für mich höchste Konzentration.

Hast du schon mal den Text vergessen?

Klare Frage – klare Antwort: Ja, das kann vorkommen, wenn man über die Maße abgelenkt ist.

Wo kann man die Höhner dieses Jahr auf jeden Fall sehen?

Eine Frage die bei nahezu 200 Auftritten schwierig zu beantworten ist. Auf jeden Fall aber bei allen zwölf Veranstaltungen der „Lachenden Kölnarena“.

Henning Krautmacher

Henning Krautmacher auf der Bühne der Lachenden Kölnarena (c) AMG/Luis Bürk

Wie sieht euer Rosenmontag aus?

Traditionell haben die Höhner am Rosenmontag  mehr oder weniger Spielfrei (einzige Ausnahme ist ein Fernsehauftritt in den WDR Arkaden!). Die meisten von uns stürzen sich dann bis zur Unkenntlichkeit „vermummt“  in den Straßenkarneval. Dort erfährt man am ehrlichsten welcher Song im entsprechenden Jahr das Rennen gemacht hat.

Wie oft schlaft ihr im Hotel?

Da kommen schon so einige Hotelübernachtungen im Jahr zusammen, nämlich dann wenn wir auf Frühjahrs- oder Herbsttournee sind. Da übernachten wir schon gut und gerne um die 50 Mal irgendwo in Deutschland.

Worauf kannst du bei einem Hotel nicht verzichten?

Auf ein gutes Bett in einem ruhigen Zimmer.

Habt ihr ein Lieblingshotel?

Natürlich! Zum Höhnerstall gehört demnächst auch ein kleines, romantisches, echt-kölsches Hotel: Das „Hotel zur Malzmühle“ mit nur 37 exklusiven Zimmern. Man schläft in einem Bett mit der anmutenden Optik eines überdimensionalen Holz-Bierfasses. Ich empfehle die Brauer-Suite, die liegt im 5. Stock und von diesem Zimmer hat man einen traumhaften Blick über den Heumarkt, den Alter Markt und auf den Kölner Dom. Das Hotel wird Mitte März dieses Jahres eröffnet.

Hotel zur Malzmühle Standard Doppelzimmer

Doppelzimmer im Hotel zur Malzmühle (c) Hotel zur Malzmühle

Was möchtest du noch von der Welt sehen?

Australien ist der einzige Kontinent, den ich noch nicht besucht habe. Hier möchte ich unbedingt noch insbesondere musikalische Erfahrungen sammeln.

Magst du Altbier?

Wenn ich außerhalb der Domstadt bin – irgendwo auf der Welt – dann erkläre ich dem Kellner bei meiner Bierbestellung immer: „Bitte ein Hiesiges.“ Denn Biere, die in der Region gebraut werden, sind meistens die Besten. Meistens!

Gibt es ein Vorbild für deinen Schnäuzer? Und wie lange hast du diesen schon?

Es gibt kein Vorbild. Ein Schnäuzer ist etwas sehr individuelles. Er wächst so wie er wächst. Ich kann mich nicht erinnern, jemals keinen gehabt zu haben.

Habt ihr manchmal eure Songs schon über? Oder geht euch Karneval auch mal auf die Nerven?

Natürlich gibt es Lieder, die man mehr oder weniger gerne spielt. Das liegt in der Natur der Sache. Nicht jeder Song kann ein sogenannter Hit sein. Gott sei Dank haben die Höhner eine ganze Reihe von Hits in ihrem Repertoire und damit können wir jeden Auftritt flexibel gestalten. So wird’s eigentlich nie langweilig.

Was für Musik hörst du privat am liebsten?

Meine musikalische Laufbahn ist sehr stark beeinflusst von den genialen Kompositionen der „Fab Four“, der Beatles. Da ist es naheliegend, dass ich ein großer Beatles Fan bin und Beatles auch privat höre. Darüber hinaus bin ich ein großer Freund irischer Folklore.

Henning Krautmacher Porträt

Henning Krautmacher von den Höhner (c) Höhner

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen dir eine schöne restliche Karnevalssession! 

Wer mehr über Henning Krautmacher und die Band Höhner erfahren möchte – wir haben hier die Homepage der Band http://www.hoehner.com/ und ihre Facebookseite https://de-de.facebook.com/hoehnertalk hinterlegt.

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